Never Stop Exploring Shanghai

Abenteuer China

14Sept
2015

Yellow Mountains

Eher kurzfristig hatten wir uns am vergangenen Dienstag dazu entschlossen, unsere letzten freien Tage noch sinnvoll außerhalb von Shanghai zu verbringen, bevor am Montag der Startschuss „Uni“ fällt. Die erste Wahl viel auf Guilin, einem wegen seiner atemberaubenden Landschaften bekannter und beliebter Ort in China. Die Idee wurde dann aber aufgrund von nur 3 freien Tagen doch wieder fallen gelassen. Erfahrungsberichte empfehlen einem dafür min. 3 Tage und mit Hin- und Rückreise wäre das dann zu eng geworden.

Die zweite Wahl fiel dann auf die „Yellow Mountains“. Hierbei handelt es sich um ein Gebirge in der Nähe von Huangshan das uns von Einheimischen und internationalen Studenten empfohlen wurde.

Am Donnerstag um 06:45 Uhr sind wir dann gestartet und mit dem Bus von Shanghai nach Huangshan gefahren. Die Fahrt dauert so 6 bis 8 Stunden und wir sind dann Nachmittags im Hostel in Huangshan angekommen. Man kann alternativ auch Fliegen oder mit dem Zug von Shanghai aus fahren. Ich würde euch die Zug- oder Busfahrt empfehlen, wobei ihr bei der Zugfahrt am günstigsten wegkommt, wenn ihr unter der Woche fahrt und ein wenig im Voraus plant.

Den Nachmittag und Abend haben wir dann locker in Huangshan ausklingen lassen und uns im Hostel über die Yellow Mountains und über Unterkünfte informiert. Da auch hier die Preise am Wochenende um das 2-fache steigen, haben wir uns fürs Campen auf dem Berg entschieden und nachdem wir die Stadt ein wenig erkundet hatten, wurden die Sachen für den nächsten Tag gepackt und der Proviant gekauft. Ihr solltet euch entsprechend Proviant wie Nudelsuppen o.ä. mitnehmen, da diese nicht viel wiegen, bei Kälte echt guttun und die Preise oben auf dem Berg extrem übertrieben sind. Die Zelte und Isomatten hatten wir uns im Hostel für schmales Geld ausgeliehen. Allgemein hat das Hostel einen super Service und alle Buchungen etc. für uns erledigt (Ich kann euch das Huangshan Daylight International Youth Hostel also nur empfehlen). Das Einzige was noch fehlte waren die Schlafsäcke und genau die waren zum Schluss dann auch nicht vorhanden. Ihr solltet euch also vorher bei Decathlon in Shanghai Schlafsäcke kaufen oder euch informieren, wo man diese mieten kann. Bei 10 Grad Außentemperatur wird es Nachts im September in einem Sommerzelt entsprechend frisch.

Am Freitag sind wir dann um 6 Uhr in Richtung Berg gestartet und waren dann um 8 Uhr vor Ort. Es gibt zwei mögliche Routen, um auf den Berg zu klettern. Eine 7 und eine 15 Kilometer lange Route. Wir haben uns für die 15 Kilometer lange Route entschieden und dann fing das Klettern auf chinesisch an…15 Kilometer NUR Treppen! Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Menschenleben der Bau gekostet hat, aber es war echt beeindruckend, da die Treppen zu Zeiten gebaut wurden, als die Steine noch gemeißelt und den Berg hochgetragen wurden. Den ganzen Berg durchzieht ein System von schirr unendlich wirkenden Treppen, die jemanden mit Höhenangst schon einiges an Überwindung kosten. Für uns ging es dann den ganzen Tag Treppen hoch und Treppen runter. Wer Probleme mit den Knien oder ähnliches hat, sollte sich unbedingt Bandagen o.ä. einpacken. Die Belastungen sind zwischenzeitig schon echt extrem und wir waren wirklich froh, als wir gegen 5 Uhr unser Lager auf ca. 1800 Meter erreicht hatten. Wir haben vor einem Hotel gezeltet und konnten gegen eine Gebühr deren Waschräume mit benutzen. Ich würde es beim nächsten Mal aber anders machen und das Zelt einfach irgendwo neben dem Wegrand oder anderswo aufstellen und dann die Waschräume einfach mit benutzen. Die haben sowieso keinen Überblick, wer wo was gezahlt hat und dadurch spart ihr euch auch noch dir Zeltgebühr. Es ist sowieso teuer genug dort oben.

Die Nacht war auf Grund der Temperaturen wirklich eine frische Angelegenheit und ich war wirklich froh meine Outdoor-Sachen dabei gehabt zu haben. Insgesamt 5 Schichten Kleidung und ein wenig zusammen rutschen haben einen dann ein wenig warm gehalten und einem wenigstens ein paar Stunden Schlaf ermöglicht. Wie es halt so ist mit dem Zelten auf Steinen und Isomatte..., es ist so ziemlich alles unbequem und zum Schluss freut man sich wieder auf ein richtiges Bett. Da das Wetter gegen Abend dann leider schlechter geworden ist und es auch in der Früh sehr nebelig war, wurde aus unserem Plan, den Sonnenauf- und untergang zu sehen, leider nichts. Da hilft es leider auch nicht den Wetterbericht zu checken, da das Wetter dort oben im Stundentakt wechselt. Nachdem wir um 4:30 Uhr das Lager abgebaut und uns danach mit 100ten von Chinesen in einer „Nebelsuppe“ wiedergefunden haben, haben wir uns dazu entschlossen, wieder die Heimreise an zu treten und uns auf den Rückweg nach Shanghai gemacht.

Trotz verpassten Sonnenauf- und untergang kann ich euch die Yellow Mountains nur empfehlen. Es ist wirklich eine atemberaubende Landschaft und es lohnt sich definitiv, wenn man die Zeit hat und ein wenig aus Shanghai raus möchte. Falls möglich macht es jedoch unter der Woche! An Wochenenden machen solche Ausflüge echt keinen Spaß wie wir heute gesehen haben, da dann für chinesische Verhältnisse typisch gefühlt tausende Chinesen den Berg gleichzeitig erklimmen wollen. Wie es zur „Golden Week“ dort oben abgeht, möchte ich nicht wissen…

Das nächste Ziel steht mit dem Hua Shan Gebirge bei Xian dann aber auch schon so gut wie fest. Das wird dann aber noch einmal eine ganz andere Hausnummer...