Never Stop Exploring Shanghai

Abenteuer China

Berichte von 10/2015

14Oktober
2015

Finally back in Shanghai

Nach 10 Tagen in der wunderschönen Provinz Yunnan sind wir am Samstag, den 10.Oktober, um 01.30 Uhr mit einem dicken Grinsen endlich wieder in Shanghai angekommen. Vor unserer Abreise wurden wir noch herzlichst von einem Freund mit dem folgenden Link verabschiedet, welcher uns noch einmal ein wenig Unsicherheit ausgelöst hat: Reisen während der "Golden Week” ? Ist das wirklich eine smarte Idee?

 

http://mp.weixin.qq.com/s?__biz=MzI5NjAyODgyMg==&mid=209832990&idx=1&sn=4cccb5f3f120bb2fc6e67556a4652df8&scene=1&srcid=0923deDaQ8qhvVMFhZSThhKw&from=groupmessage&isappinstalled=0#rd

 

Die ersten Zweifel wurden dann einfach runtergespült und als wir im Flieger saßen, war dann nur noch Vorfreude da. Abends sind wir in Shangri-la gelandet und haben den ersten Abend genutzt, um uns bei anderen Reisenden und dem Besitzer des Hostels über gute Sehenswürdigkeiten zu informieren. Den ersten Tag wollten wir es dann langsam angehen lassen, da man auf 3200m schnell "Altitude-Sickness” bekommt und was nicht zu unterschätzen ist, wenn man mit einem Sprung auf so einer Höhe mit einem Vogel landet. Da ist dann aber nichts raus geworden…Die Berge und das Kloster waren einfach zu schön und somit waren wir dann auch am ersten Tag die ganze Zeit auf den Beinen…, die Quittung gab es dann am Abend und am nächsten Tag. Aus einer 4-er Gruppe wurde eine 3-er Gruppe und ein Leidtragender musste aufgrund von Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel etc. den 2. Tag komplett im Bett verbringen. Wir haben uns dann kurzer Hand aufs Mountainbike geschwungen und Shangri-La und das Hochgebirge per Rad erkundet. Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen. Es war einfach der Wahnsinn durch solche Landschaften zu fahren und da wir auch noch unglaubliches Glück mit dem Wetter hatten, wird das für immer in Erinnerung bleiben… . Auch Shangri-La an sich ist eine wunderschöne Stadt. Auch wenn die Altstadt aktuell noch neu aufgebaut wird, da es hier vor 2 Jahren einen Großbrand gab… und von der Golden Week war hier nichts zu spüren.

 

Am 3. Tag ging es dann weiter zum Tiger Leaping Gorge, einem mit der berühmtesten Hikes in China. Es gibt hier 2 Hikes. Den "Low-Trail" und den "High-Trail. Den “Low Trail” würde man in Deutschland “Straße” nennen und ist nicht zu empfehlen. Der "High Trail" ist jedoch genau das, was man sich unter einem richtig schönen Trail vorstellt…Hier geht es insgesamt knapp 10 Stunden lang auf kleinen Pfaden durch die Berge mit einer Wahnsinns Aussicht auf 5600m hohe Gebirge (Jade Dragon Snow Mountain) und dem Yangtze River. Der ganze Spaß ist schon eine echt sportliche Angelegenheit, vor allem, wenn man ausreichend Getränke und Gepäck dabei hat. Um so mehr haben wir uns dann gefreut, als wir Abends in unserem Hostel angekommen sind und alles abwerfen konnten. Leider hat sich das Hostel jedoch als nicht “empfehlenswert” herausgestellt…Nehmt besser das Half-Way Hostel oder das Come-In, anstatt das Teahouse-Hostel. Es reicht auch vollkommen aus, wenn ihr euch einfach vor Ort um ein Zimmer kümmert! Schaut euch die Locations am besten direkt vor Ort an und entscheidet dann…wir wären dann auf jeden Fall noch weiter gelaufen;) 

Aber nunja, wir haben es ja überlebt und am nächsten Tag ging es dann weiter zum Upper Tiger Leaping Gorge, einem 13 Meter großen Fels im Wasser (der wird von den Chinesen tierisch gefeiert...die Strömungen sind schon ordentlich, aber er ist und bleibt trotzdem nur ein Fels im Fluss) und dann weiter nach Lijiang…

 

Lijiang ist eine “Kleinstadt” im Norden von Yunnan und ist definitiv zwei Übernachtungen während eines Trips wert! Gerade die Altstadt hat einen einzigartigen Charme und lädt mit unzähligen kleinen Gassen, Geschäften und Restaurants zum Schlendern und Erkunden ein. Gerade nachts geht hier das Leben erst so richtig los und es erinnert einen ein wenig an Spanien mit seinen kleinen Gassen und Geschäften…

In Lijiang haben wir uns dann auch auf die Altstadt und nähere Umgebung beschränkt und keine größeren Ausflüge unternommen. Die Stadt alleine ist den Besuch schon wert gewesen.

 

Mit dem Nachtzug ging es dann nach Kunming, der Hauptstadt von Yunnan… Denkt ein wenig weiter im Voraus als wir und bucht die Tickets im Voraus! Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in China zwar verhältnismäßig pünktlich im Vergleich zur DB und auch günstig…9 Stunden im Hardseater zu sitzen, der eine 90 Grad Rückenlehne hat und dazu noch für kleine Chinesen gemacht ist, macht aber definitiv keinen Spaß! Die Zugtickets haben wir leider zu spät für Sleeper gebucht, haben dann aber glücklicherweise noch Sitzplätze bekommen…Wenn es nur noch Stehplätze gibt…vergesst es. Mal ganz abgesehen von der Sauberkeit in den Zügen, wollt ihr eure Reise bestimmt nicht bewusst auf den Tiefpunkt der Gefühle treiben:-)

Nach 9 Stunden Sitzstarre, Revierkämpfen, stickiger Luft und gefühlter Thrombose erreichten wir endlich Kunming …leider war es da erst 5 Uhr und das Hostel noch ziemlich dunkel…Der Wachmann hat uns dann glücklicherweise ins “Restaurant” des Hotels gelassen, was dann kurzer Hand zur Schlafstätte umgebaut wurde. Mehr oder weniger bequem auf dem Boden und zwischen Stühlen war es eine Wohltat nicht mehr sitzen zu müssen...nach so einem Trip gibt es aber dann nur ein Ziel: eine warme Dusche! 

Leider hat die Stadt Kunming nicht sonderlich viel zu bieten…hier ist man mit einem Tag sehr gut bedient und wir sahen uns gezwungen am Nachmittag das Studentenviertel mit unzähligen Cafés und Happy-Hours zu erkunden…schaut euch am besten mal das Salvados zwischen 4 und 8 Uhr an. Das soll ganz gut sein;)

 

Das Highlight des Trips war aber Jinghong und Umgebung. Von Kunming sind wir mit einem Sleeper-Bus nach Jinghong gefahren und dort die restlichen Tage mit einem Guide durch die Tee-Berge, Felder und Wälder gewandert. Es ging jeden Tag ca. 20 Km durch das tiefste China und die Übernachtungen bei den Locals waren eine Erfahrung, die ich jedem, der ein wenig mehr an China und dessen Menschen interessiert ist, nur empfehlen kann. Die chinesische Gastfreundlichkeit ist unvergleichbar mit allen anderen Erfahrungen, die ich bis jetzt gemacht habe. Da in dieser Gegend Ausländer nicht so alltäglich wie in Shanghai sind, sind Turis schon ein kleines Highlight für die Einheimischen und wir wurden super freundlich von den Gastgebern aufgenommen. Beim ersten Aufenthalt wurde extra ein Schwein frisch „hopp“ genommen und bei anderen Familien wurden ganz stolz, die am Vortag gejagten Rehe, Vögel und Eichhörnchen zum Essen angeboten. Trotz der Sprachbarriere war es einfach ein unbeschreibliches Feeling, die Mentalität und Kultur vor Ort zu erleben und die Nächte in den “einfachen” chinesischen Hütten zu verbringen. Am letzten Abend sind wir dann auch in den Genuss von chinesischem Hornissenschnaps gekommen…Dafür werden Hornissen eingefangen und lebendig mit selbst gebranntem Schnaps aus Mais übergossen. Dadurch sollen die Hornissen ihr Gift abgeben, was wohl sehr gesund sein soll (abgesehen vom ungefilterten und über Benzin-Fass-Konstruktion selbst gebranntem Schnaps). Serviert wird der Schnaps dann mit einer Hornisse (eine CHINESISCHE Hornisse...dagegen sind unsere Kindergarten-Klasse) im Glas. Am Anfang haben wir uns nichts schlimmes dabei gedacht. Nach dem 3. Glas hieß es dann aber auf einmal, dass man auch die Hornisse essen könnte. Die Flieger waren so groß wie mein kleiner Finger und wenn ich nicht schon 3 Gläser getrunken hätte, hätte ich die Einladung auch dankend abgelehnt…dem erwartungsvollen Hundeblick des Gastgebers konnten wir dann aber doch nicht entweichen…trotz all seiner Überzeugungskraft ging es dann aber doch nur mit Bier runter. So einen Brummer im Mund klein zu bekommen ist schon eine Herausforderung und wo die Teile dann überall im Mund und Rachen hängen bleiben, lasse ich mal offen. Eine hat als Nachtisch auf jeden Fall gereicht. Ich könnte jetzt noch unendlich viel schreiben, aber wie sagt man so schön: Bilder sagen mehr als tausend Worte…

 

Als Resume kann ich jedem nur so einen Trip empfehlen! Nutzt die "Golden Week" und geht raus! Ich würde vielleicht nicht gerade nach Peking etc. fahren; in Yunnan lässt es sich zu der Zeit aber unbeschwert aushalten. Von der "Golden Week" mit all seinen Horrorgeschichten und Mythen haben wir auf jeden Fall in Yunnan nichts mitbekommen.

Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Tiger Leaping Gorge Tiger Leaping Gorge Der Wandertrup Sunrise Tiger Leaping Gorge Tiger Leaping Gorge Tiger Leaping Gorge Lijiang by night First try Lijiang by night Proteins;) Lijiang Leider auch noch ein Teil der chinesischen Kultur Leider auch noch ein Teil der chinesischen Kultur Fachberatung;) Elitepartner.de auf Chinesisch Chefkoch der 1. Jinghong und Umgebung Jinghong und Umgebung Jinghong und Umgebung Chinesische Schnapsbrennerei Jinghong und Umgebung Jinghong und Umgebung Jinghong und Umgebung Jinghong und Umgebung Chefkoch der 2. Chefkoch der 2. Festmahl:) Nachtisch... Auf chinesisch nennt man es Tee Berge Chefkoch der 3. Es wird einfach alles gegessen...Fahrradtour in Shangri-La Fahrradtour in Shangri-La 9 Stunden im Hardseater...