Never Stop Exploring Shanghai

Abenteuer China

 
22Dezember
2015

Kurse an der Tongji-University

Der folgende Eintrag richtet sich eigentlich nur an Studenten, die an einem Auslandssemester an der Tongji interessiert sind. Alle Anderen können diesen Eintrag eigentlich gepflegt überspringen und die Zeit sinnvoll nutzen und die Vorweihnachtszeit stattdessen ein wenig mehr genießen;)

Um es einmal ein wenig rosig zu beschreiben: Der akademische Anspruch an der Tongji-University ist sehr studenten- und lebensfreundlich. Man kann es allgemein nicht mit Aachen vergleichen, wo die Vorlesungen und Übungen nur so durchgejagt werden und man sich während der Klausurphase vor einem Berg von Stoff sitzen sieht. Es ist halt alles eine ordentliche Spur entspannter und die Lehre auch eher “schulmäßig” aufgebaut. Mit verhältnismäßig wenig Aufwand kann man sehr gute Noten ergattern und falls es mal hakt, dann kann es während Klausuren auch schon einmal ein wenig interaktiver werden. Es wird hier alles nicht so wirklich eng gesehen. 

Aufgrund meiner Zeit am CDHK kann ich was zu den folgenden Kursen sagen:

 

Chinesische Sprache für Anfänger:

Verdammt zeitintensiv und die Sprache ist wirklich eine harte Nuss! 2 Stunden die Woche reichen für ausreichend Stoff zum nacharbeiten während des Wochenendes. Der Kurs vom CDHK ist noch ein wenig humaner und ich finde ihn besser als den von der International School, da wir weniger Studenten waren und es interaktiver war. Der Kurs von der International School war mir eine Spur zu krass…das Tempo ist unmenschlich gewesen, wenn man die Schriftzeichen lernen möchte.

 

Entrepreneurship in China:

Meiner Meinung nach der beste Kurs am CDHK. Sehr guter Dozent, interessanter Stoff und eine wirklich gute Gruppenarbeit haben diesen Kurs ausgezeichnet. Kann ich nur jedem empfehlen, der einmal mehr über Unternehmensgründung erfahren und auch einmal selbst an einem Businessplan arbeiten möchte.

 

Praxisorientiertes Management:

Die Beschreibung ist meiner Ansicht nach ein ein wenig irreführend gewesen. Der Kurs ist sehr auf Controlling und Unternehmensprüfung fokussiert. Es war mir einfach zu viel Finance und der Stoff wurde nicht wirklich ansprechend präsentiert. Die Vorbereitung für die Klausur ist in diesem Fach schon ein wenig mehr.

 

HR Challenges in China:

Die Veranstaltung setzt sich aus Gastvorträgen und einem Business Case zusammen, den man in einer Gruppe erstellen muss. Wir hatten mal interessante und mal weniger interessante Vorträge. Unterm Strich kann ich die Veranstaltung jedoch empfehlen.

 

IAS/IFRS and Chinese GAAP:

Nunja…der Dozent ist sehr unkoordiniert gewesen. Es handelt sich auch hierbei um einen Kurs, in dem man eine Hausarbeit verfassen muss. Wir hatten das Thema, den Aufbau und alles, was halt so dazu gehört, mit dem Dozenten vorher besprochen. Am Tag der Präsentation saßen wir dann alleine im Raum und der Dozent wollte uns klar machen, dass wir uns ja nicht zur Veranstaltung angemeldet hätten und dass das Thema nicht abgesprochen gewesen sei etc…eine der typischen Erfahrungen, was das Verhalten von Chinesen angeht. Letzten Endes hat dann doch wieder alles gestimmt und es gab eine gute Note. Um ehrlich zu sein würdeich den Kurs aber nicht noch einmal nehmen. Einfach stumpf nur eine Hausarbeit zu schreiben ist nicht die von mir bevorzugte Lehre.

 

Ingenieure in der Berufspraxis:

Ebenfalls zu empfehlen und “low-hanging Credits”. Es werden interessante Themengebiete besprochen und die Veranstaltung gibt einen guten Überblick über das Berufsfeld des Ingenieurs.

 

Kompakteinführung Kultur und Gesellschaft China:

Den Kurs sollte meiner Ansicht nach jeder belegen, der ein Auslandssemester in China absolviert. Die Veranstaltung stößt einem eine Tür zur chinesischen Kultur und Gesellschaft offen, die auf eigene Faust doch nur sehr schwer zu öffnen ist. Erzeugt ein gewisses Maß an Grundverständnis von der chinesischen Kultur.

 

eCommerce:

Habe ich selbst nicht  belegt, jedoch habe ich sehr unterschiedliche Meinungen über das Fach und besonders dem Professor gehört. Die Meinungen gingen also sehr auseinander. Allgemein wohl mir deutlich mehr Aufwand verbunden.

 

Fabrikplanung:

Die Vorlesungen sollen sehr interessant und die Klausur sehr fair gewesen sein. Für jemanden der das Fach noch nicht in Aachen gehört hat nur zu empfehlen.

 

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Uni wird während eures Auslandssemester nicht das Epizentrum eurer Erfahrungen und eures Lebens sein. Geht lieber raus und nehmt so viel mit, wie geht! Es lohnt sich definitiv:)

 

29November
2015

Japan - 3 Stunden Flug und eine andere Welt

Eins vorweg: Es war die beste Entscheidung noch nach Japan zu fahren. Selten hat mich ein Land in so kurzer Zeit begeistert, fasziniert und gleichzeitig auch überfordert wie Japan…
 
Ich bin am Donnerstag um 1 a.m. in Osaka heile gelandet. Der Flug mit Spring Airlines war dem Preis entsprechend in Ordnung. Allerdings braucht man den Flug nicht zum Ausruhen mit in seiner Reiseplanung berücksichtigen. Ich glaube ich habe auf der gesamten Strecke insgesamt 20 Minuten während des Starts geschlafen, danach gab es 2.5 Stunden schreiende Chinesen durch die Lautsprecher, die einem irgendeinen Krimskrams und Müll andrehen wollten. Zu meinem Erstaunen lassen die Chinesen sich ihre Kauflaune auch nicht im Flugzeug verderben und langen volles Rohr zu. Wenn man 2.5 Stunden chinesische Vollbeschallung auf Equalizer-Stufe +10 hinter sich hat, ist man um so glücklicher endlich gelandet zu sein.
Am Flughafen angekommen gab es schon die ersten Überraschungen: Es war unglaublich sauber, der Personal sehr zuvorkommend und…teuer! Frei nach chinesischer Manier wollte ich mir ein Taxi vom Flughafen zum Hostel genehmigen. Bei der Frage was mich der Spaß den Kosten würde musste ich zweimal nachfragen: 40.000 Yen…mein Handy hat mir dann bestätigt, dass das eine dumme Idee war: 320 Euro. Gut, also den Nachtbus genommen. Für 12,4 Euro noch vertretbar, aber Wucher im Vergleich zu China. 
Im Hostel angekommen hat alles reibungslos geklappt. Natürlich wurde ich erst einmal gelyncht, als ich mit meinen Straßenschuhen ins Hostel gestürmt bin. Mit riesigen Augen, fuchtelnden Fingerbewegungen auf meine Schuhe und den Worten “Japanese-Style” habe ich es dann auch übermüdet verstanden, als ich mich umgedreht hatte und ich halb anwesend an einem Berg Schuhe vorbei gerannt bin…zu meiner Verteidigung: Es war auch schon halb vier morgens.
Die erste Nacht “Japanese-Style” war sehr angenehm, wenn auch kurz. Das Hostel war top und für den Preis auch echt unschlagbar. Die Toiletten mit Heizung (man denkt, man hätte den Kollegen vor einem gerade runter geschupst) und Fernbedienung sind ein wenig gewöhnungsbedürftig, im Vergleich zu der obligatorischen Rinne in China jedoch um Welten angenehmer.
Mein erster Tag war dann ein wenig verregnet, aber super intensiv. Im Vergleich zu den Chinesen können die Japaner Straßen bauen, an denen sich auch wir Deutsche noch was abschauen können. Regnet es in China, braucht man Gummistiefel! Der Straßenbau ist eine Katastrophe. Es ist nichts eben, überall riesige Pfützen, das Wasser läuft aus Prinzip nicht ab und alles mit gelegten Bodenplatten ist ein Minenfeld mit lockeren Steinen…erwischt man einen falschen, krabbelt einem die Suppe direkt mit einem geschmeidigen "Klatsch" das Bein hoch. 
In Japan kann man im Vergleich einen Tag bei Regen durch die Straße rennen, ohne schuhtechnisch in irgendwelche Tiefen abgetaucht zu sein. 
Ich habe den ersten Tag dazu genutzt, mir einen kleinen Überblick über Osaka und den Hotspots zu verschaffen. Allgemein ist es immer gut die erste Nacht im Hostel zu verbringen und sich morgens erst einmal jemanden vor Ort zu schnappen und sich zu informieren. Internet schön und gut, aber die Locals haben meistens einfach die besseren und “preisfreundlichen” Tipps.
Schon am ersten Tag hat mich Osaka mit seiner Größe und Menschenmassen ein wenig erschlagen. Im Vergleich dazu ist Shanghai wirklich eine Spielwiese. Ich stand ein paar Mal planlos in irgendwelchen Straßenzügen und hatte keinen blassen Schimmer wo ich war. Zum Glück konnte mir dann auch noch das Handy helfen…Anders sieht der Spaß aber in den U-Bahn Stationen aus. So aufgeschmissen, wie ich mich dort jedes Mal gefühlt habe, war ich selten:D Da kann einem ohne Empfang dann auch das Handy nicht weiter helfen und so kann es das ein oder andere Mal schon mal passieren, dass man sich auf den drei bis vier Ebenen verläuft oder an irgendeiner Ecke wieder ans Tageslicht kommt, die das Ziel um mehrere hundert Meter verfehlt. In Shanghai sind die Stationen eigentlich selbsterklärend und mit so etwas komplexen hatte ich auch um ehrlich zu sein nicht gerechnet.
Allgemein macht es aber auch ziemlich Laune. Da bekommt das Wort Großstadtdschungel erst eine ganz andere Bedeutung und das hier zu beschreiben würde nicht klappen. Das muss man einfach selbst erlebt haben. Osaka an sich ist jedoch der Hammer! Die Stadt ist der Wahnsinn und man kann sich unzählig viele Sachen anschauen.
Am Samstag ging es für mich dann noch weiter nach Kyoto und auch hier bin ich aus dem Staunen nicht mehr raus gekommen. Die Zeitpunkt war eigentlich perfekt. Im Herbst fängt das Laub der Ahorn Bäume an rot zu werden und die sind über den gesamten historischen Bereich der Stadt mit den alten Tempeln verteilt. Wie die Japaner ihre Tempel gebaut haben und wie riesig diese sind ist schon unglaublich. Der alte Stadtteil hat mich dabei von seiner Art her ein wenig an Lijiang erinnert. Abends ist dort aktuell auch eine Art Lichterfest, welches ich jedoch leider nicht mehr mitbekommen habe. Mir haben einfach zu sehr die Füße gequalmt, als das ich auch nur noch einen Funken Motivation verspürt hätte:D Die 4 Tage waren mit knapp 100 km Marschweg schon wieder ein wenig grenzwertig, aber wenn man läuft sieht man einfach wesentlich mehr, als wenn man durch irgendwelche U-Bahn Stationen irrt;)
 
Abschließend war der Trip nach Japan top! Ich kann es nur jedem empfehlen einmal den doch krassen Unterschied zwischen Japan und China zu erleben. Ich kann mich mit den Japanern wesentlich besser identifizieren, als mit den Chinesen. Angefangen beim Esse und Sauberkeit, über die Freundlichkeit bis hin zur Genauigkeit hat es mich wirklich fasziniert. Hinzu kommt, dass den Japaner ein wirklich stilbewusstes Volk sind. Von jung bis alt sind die meisten Leute durchgestylt und man kommt sich chronisch underdressed vor:D
Wenn ich noch einmal die Chance hätte, könnte ich mir im Nachhinein ein Auslandssemester in Japan sogar besser vorstellen, als in China…Einziger Wermutstropfen: Es ist wirklich teuer und mit 300 Euro im Monat als Stipendium kommt man in Japan definitiv nicht über die Runden!
 
Ich sitze nun bereits wieder am Flughafen in Osaka und habe hier eine mehr oder weniger erholsame Nacht verbracht (Dem Putztypen auf seinem fahrenden Putzwagen sein dank…alle 15 Minuten ist der an meiner Bank vorbei geheizt und hat den Boden nicht gewischt, sondern gefühlt poliert). Die Umeda und Namba-Stations hatten mich zum Abschied noch einmal ein wenig gefordert und nun geht es gleich weiter nach Hong Kong. Mal schauen, was mich dort erwartet:)
 
Meine Unterkunft in Osaka Osaka Osaka Downtown Autumn in Osaka Autumn time Osaka castle Temple in Osaka 2.6 km Shoppingvergnügen... Osaka old town  
Nach Feierabend in Japan einkaufen zu wollen ist eine blöde IdeeLeuchtreklame so weit das Auge reichtGeisha in Kyoto Sicht auf Kyoto Temple in Kyoto Traditionelle Hochzeit in Kyoto Ein unglaublicher Herbsttag Osaka Downtown
25November
2015

Horizonterweiterung die 2.

Die Hausarbeiten sind größtenteils fertig, der erste Vortrag sollte eigentlich auch schon gehalten worden sein (dazu an anderer Stelle mehr...) und strenge Anwesendheitspflicht gibt es erst wieder in der Veranstaltung nächstes Wochenende.

Dazu ist es auch noch frisch in Shanghai geworden, was mich letzten Endes dazu getrieben hat, noch einmal über den Tellerrand von Shanghai zu schauen.

Für mich geht es nun erst einmal nach Osaka, am Samstag weiter nach Kyoto und am Montag über Shanghai ins warme Hong Kong bis nächsten Freitag.

Sich neben China noch einmal Japan anzuschauen lohnt sich, da es sehr günstige Flüge gibt, es bestimmt super interessant ist den Vergleich einmal zu erleben und Flüge zu den anderen Metropolen wie Singapur etc. recht teuer sind von Shanghai aus. Die Residence-Permit macht einen Trip außerhalb von China möglich und ich kann es auch wirklich nur jedem empfehlen eine zu beantragen (spätestens Weihnachten wollt ihr raus kommen). Ansonsten ist man in China gefangen. Die Tongji-University ist da wirklich sehr strikt und vergibt keine Multiple-Entrys nach China wie bspw. das BIT in Beijing. Zudem kann man alle Gesundheitstests in Aachen erledigen, es ist bei Hochschularzt kostenlos und man weiss für sich selbst, dass in einem nichts kreucht und fleucht?

Wer günstige Flüge sucht sollte immer mal wieder bei skyscanner.com oder ctrip.com schauen. Kleiner Geheimtipp ist, sich bei Spring-Airlines zu registrieren und die Newsletter nach Schnäppchen zu durchforsten. Die haben immer ganz gute Angebote und sind das chinesische Pendant zu Ryan-Air. Wie die Flüge von der Airline sind, kann ich erst morgen sagen...ich stelle mich Mental aber schon einmal auf Konservendosen-Feeling und 3 Stunden chinesisches Verkaufsprogramm-Beschallung über den Wolken ein. Aber schauen wir erst einmal;)

Ps: Es hat mich von der Tongji-University per Subway und Maglev geschmeidige 3 Stunden gekostet, bis ich endlich im Boarding-Bereich war. Das Einchecken hat eine gefühlte Ewigkeit gedauert und achtet an der Station Longyan-Road darauf, dass ihr die Ubahn wechselt...auch wenn es die gleiche Linie ist! Wenn man mit Musik auf den Ohren einsteigt und denkt man weiss, dass die Ubahn bis zum Flughafen fährt, dann am besten auch noch ein wenig Döst und sich irgendwann wundert, dass man wieder an der Station doch eigentlich schon war...die Ubahn fährt ab Longyan-Road ohne Murren und Knurren einfach wieder zurück! Bei mir hat es drei Stationen gedauert, bis ich es gerallt hatte:D

20November
2015

Eine Reise zum Jiading-Campus

Wie die meisten chinesischen Universitäten hat auch die Tongji University zwei Campusse. 

Der Siping-Campus liegt ziemlich zentral im nördliche Teil von Shanghai. Der Campus an sich ist recht groß und bietet eigentlich alles, was man so im Studentenleben benötigt. Er ist zwar schon ein wenig älter - was sich vor allem in den Gebäuden wieder spiegelt -, aber von der Lage her wirklich top. Man ist innerhalb von 15 Minuten in der Innenstadt und man hat ein riesiges Einkaufszentrum mit Kino etc. fast vor der Haustür. Zudem wird hier im Moment recht viel gebaut wie z.B. ein komplett neues Sportgelände mit Fitnessstudio, Fußballplatz, Laufbahn etc. Auf dem Siping-Campus liegen auch das CDHK und das SEM. Hier werden somit alle wirtschaftswissenschaftlichen und vom CDHK angebotene Fächer gehalten. 

Der zweite Campus ist der Jiading-Campus und ca. 1 Stunde Busfahrt außerhalb von Shanghai. Am Jiading-Campus werden alle Maschinenbau-Fächer gehalten und man zahlt ca. 10 Yuan für die Busfahrt pro Strecke. Der Campus neu, modern und auf den ersten Blick auch recht fancy im Vergleich zum Siping-Campus. Auf den zweiten Blick dann aber doch auch recht marode und trotz dem jungen Alter schon recht runter gekommen. Der Campus an sich ist jedoch mit zahlreichen Grünflächen und Seen riesig. Es gibt dort eine kleine Mall, zahlreiche Restaurants, Cafes etc.. Es wurde so zu sagen eine eigene kleine “Stadt” gebaut. Das ist aber auch notwendig, denn der Campus liegt im wahrsten Sinne des Wortes am Ar*** der Welt mitten in einem Industriegebiet. Man ist regelrecht von der Außenwelt abgeschnitten und kriegt vom Leben in Shanghai eigentlich nicht viel mit. Das Taxi in die Innenstadt ist elendig teuer und mit den Öffentlichen ist man gute 1.5 Stunden unterwegs. Von anderen Studenten vom Jiading-Campus hört man auch nur gemischte Storys über das Studentenleben dort oben.

Also: Auch wenn man mehrere Kurse am Jiading hat, so kann ich zukünftigen Austauschstudenten eigentlich nur empfehlen die Pendelei auf sich zu nehmen und sich für einen Wohnheimsplatz am Siping Campus zu bewerben. Den Mehrwert am Studentenleben und vor allem den Anschluss habt ihr eigentlich nur hier am Siping und das sind die 10 Yuan und die Busfahrt auf jeden Fall wert. Zudem ist die eine Stunde Busfahrt auch nur halb so schlimm...die Busse haben eine Top qualität und laden einen regelrecht zum ausschlafen ein;)

10November
2015

Halbzeit

Als ich diese Woche in meinen Kalender geschaut habe, habe ich mit Erschrecken festgestellt, dass bereits die Hälfte meiner Zeit in China vorüber ist. Ich bin nun bereits seit August im Reich der Mitte und Anfang kommenden Jahres geht es dann schon wieder zurück in die Heimat. Die Zeit vergeht im Moment einfach wie im Flug!

Da nun auch schon der letzte Eintrag hier einige Zeit zurückliegt, habe ich mir gedacht, dass es der richtige Zeitpunkt ist, um euch einmal von meinem Alltag in China zu berichten:

Den Alltag in China kann man eigentlich nicht "Alltag" nennen. Irgendwie ist jeder Tag anders. Es gibt einfach zu viele Sachen, die man immer noch neu entdeckt und an manche chinesischen "Gewohnheiten" kann man sich wirklich nur schwer gewöhnen. Ganz spontan fällt mir da das Spucken, Essgewohnheiten, das Essen an sich und gefühlt nicht vorhandene Verkehrsregeln ein. 

Kommt man in China an, so fällt einem relativ auf, dass die meisten Chinesen einen Drang dazu verspüren, sich von "Dreck und Schlacke" zu befreien. Das ganze kündigt sich dann durch einen tiefgründiges Hochziehen von "Spucke" aus dem Rachenraum an (in Deutschland würde man dem Kollegen mit Verdacht auf gefährliche Bronchitis direkt ins Krankenhaus schicken) und endet mit dem Ausspucken von irgendwelchem Schleim. Das ganze findet dann auch nicht nur an der frischen Luft statt, sondern überall und damit meine ich wirklich überall… Selbstverständlich machen das nicht alle Chinesen und angeblich hat sich das auch schon im Vergleich zu früher verbessert. Es fällt einem dennoch direkt auf, wenn man in China ankommt und mir war das zuvor so nicht bewusst…und ein wenig verstörend wird die ganze Sache dann, wenn man hinter einer jungen Chinesin mit guter Figur steht und man durch ein kräftiges NRRRRRRRRR…PFFFSCHH wieder zurück in der Realität ankommt. 

Das Gleiche gilt dann auch für das Essen hier an der Tongji University. Erst einmal sind die Essenszeiten anders als in Deutschland. Beim Frühstück ist der Unterschied von den Zeiten her noch nicht so gravierend. Mittagessen gibt es dann aber bereits ab 10:30 Uhr bis kurz nach 12:00 Uhr. Das ist dann am Anfang schon ein wenig gewöhnungsbedürftig, da man schon so spätestens um 11:30 Uhr an der Mensa auftauchen sollte um noch was Vernünftiges und keine Reste zu bekommen oder mit gefühlt hunderten von Chinesen gleichzeitig in Richtung Essen strömt, welches dann meist mit einem liebevollen "Klatsch" auf dem Tablett landet…Massenabfertigung halt. 

Alles hab so schlimm, wenn man beim Abendessen nicht schon um 18:00 Uhr vergeblich nach Essen in der Mensa suchen muss! Das Abendessen gibt es hier verdammt früh! Gutes Essen ist meistens um 17:30 Uhr schon weg. Nur zu der Uhrzeit hat man meistens einfach noch keinen Hunger. Ausweichmöglichkeiten gibt es zwar rund um den Campus genug, aber die sind meistens teurer. Aber auch die Uhrzeiten kann man verkraften und sich darauf einstellen. 

Womit ich jedoch die meisten Probleme habe ist, wie die meisten Chinesen ihr Essen "delicious" machen! Öl…und davon reichlich! Man kann es sich eigentlich nicht so wirklich vorstellen, aber das meiste Essen schwimmt hier einfach nur in Öl, sodass es entweder stehen bleibt oder das überschüssige Öl erst einmal abgeschüttet wird. In der Mensa fällt es extrem auf, da man schön in die Essenbehälter hineinschauen kann und direkt weiss, was Phase ist. Das das Essen hier sehr ölig ist gilt nicht nur für die Mensa an sich. Auch beim Streetfood und in manchen Restaurants wird der "Geschmacksträger" gerne im Überschuss genutzt. Geht man an so mancher Küche vorbei und schmeisst man dort mal einen Blick rein, dann weiss man auch wo das restliche Öl so hinkommt. Selbstverständlich gilt auch das nicht pauschal. Allgemein ist chinesische Essen wirklich lecker und man hat super viele Gerichte zur Auswahl, wie man aus Deutschland so nicht kennt. Es kommt halt wie so immer darauf an, wo man essen geht...die Mensa ist da aber definitiv kein Geheimtipp:P

Neben Öl spielen dann in China auch noch die guten alten Glutamate eine große Rolle, um "delicious" Food zu zaubern. In Restaurants kann ich es nicht beurteilen (manchmal wird man jedoch gefragt) aber beim Streetfood gibt es in die Nudeln immer eine gute Kelle davon… von daher gehört das auch eher selten auf unsere Speiseliste, ist aber gerade Abends noch immer ein super Snack, falls einen der kleine Hunger plagt. Allgemein ist das auch wirklich kein schlechtes Essen und man bekommt auch keine Magenprobleme davon! Wir essen es sogar auch recht gerne, man sollte es halt nur nicht übertreiben damit. (Tipp: Die mobilen Küchen stehen immer um den Zhangwu-Campus so ab 21.00 Uhr)

Zudem kursieren ja immer wieder so manche Gerüchte über chinesische Essgewohnheiten. Um es einfach mal auf den Punkt zu bringen: Da ist was dran! Der Spruch "du isst wie ein Schwein" kommt einem hier manchmal schon wieder ins Gedächnis. Einerseits am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig, andererseits gewöhnt man sich daran und ein Stück weit ist es auch nachvollziehbar, wenn man regelmäßig Knochen im Essen hat oder Nudelsuppen mit Stäbchen isst. Was jedoch immer noch ein wenig Kopfschütteln verursacht ist das Schmatzen und wie die Tische nach dem "Essen" aussehen: Wie ein Schlachtfeld! Was nicht schmeckt oder Knochen werden einfach ausgespuckt. Manche machen es gesittet, der Rest eher ungesittet. Wie dann so ein ungesitteter Tisch aussieht zeige ich euch noch die Tage.

Wir haben uns nun soweit darauf eingestellt, dass es Cereals mit Obst zum Frühstück gibt und wir eine Mensa (Am Northgate im kleinen Wäldchen) gefunden haben, in der der Koch wohl ein wenig sparsamer mit dem Öl umgeht. Klar hat man dann auch noch ein paar Restaurants wo man gerne mal hin geht, dass ist dann bei uns aber eher seltener der Fall. Allgemein ist das Essen hier aber sehr günstig. Wir zahlen im Schnitt um die 1,80 Euro für wirklich große Portionen und gehen Mittags und Abends immer essen. Trotzdem freut man sich aber wieder auf das gewohnte Essen…ohne Öl, Reis oder Nudeln und so zieht es uns dann auch gelegentlich mal in "westliche" Restaurants. Wer es gar nicht aushalten kann, dem kann ich nur die Bäckerei hier empfehlen: http://www.abendbrot.com.cn Wir haben uns dort erst einmal für Sonntag Brötchen und alles was das Herz begehrt bestellt. Die liefern euch die Sachen bis vor die Haustür und das nutzen wir auch erst einmal für ein richtiges Frühstück am Wochenende:)

Zu den Verkehrsregeln hatte ich ja bereits schon weiter unten ein wenig geschrieben. Gefühlt existieren keine und trotzdem funktioniert es. Nach einiger Zeit adaptiert man das System und fährt selbst ein wenig wie ein Verrückter durch die Gegend. Der beste Freund ist und bleibt dabei eine laute Hupe.

Allgemein sieht der Unialltag hier ein wenig entspannter aus als in Aachen. Die meisten Veranstaltungen werden als Blockveranstaltungen angeboten oder beinhalten eine Hausarbeit, sodass man das Arbeitspensum sehr gut über das Semester verteilen kann. Die Planung seitens der Uni ist hier jedoch sehr dynamisch. Veranstaltungen werden regelmäßig umgeplant, neue Kurse hinzugefügt und manche Klausurtermine haben wir bis jetzt immer noch nicht bekommen. Das Ganze ist eine kleine Wundertüte und was heute noch als fix gilt, wird morgen schon wieder geändert. Für einen selbst heisst das eigentlich nur lieber mit mehr Kursen planen, als mit zu wenigen. Dann hat man ein wenig Luft und kann sich Freiräume besser einplanen ohne Angst haben zu müssen, nicht ausreichend CP's gesammelt zu haben.

Neben der Uni hat man dann auch noch ausreichend Zeit, um mal über den Tellerrand zu schauen, am Studentenleben teilzunehmen und Shanghai zu genießen! Shanghai biete unzählige Möglichkeiten um etwas zu unternehmen. Langeweile kommt hier eigentlich nicht auf! Was das Thema Smog angeht, kann ich bis jetzt auch noch Entwarnung geben. Man kann es zwar nicht mit Deutschland vergleichen, aber so schlimm, dass man sich ernsthafte Gedanken machen muss, ist es bis jetzt noch nicht. Wenn man dann doch mal die Luftwerte checkt und die schon fast standardmäßig auf "unhealthy", dann ist es halt so. Allgemein fährt man hier eigentlich eine ganz gute Schiene, wenn man sich einfach so verhält, wie die Chinesen. Wenn alle anfangen würden Masken zu tragen, dann würde auch ich wohl anfangen mir Gedanken zu machen. So lange das aber nicht der Fall ist, geht das schon klar. Das gleiche gilt außerdem auch für Restaurants. Volle Restaurants zeugen meistens von guter Qualität und allgemein kann man alles essen, was die Chinesen auch essen…man muss halt nur nicht;) Trotzdem kann man es aber nicht vermeiden auch mal "unsauberes" Essen zu bekommen und all seine Nachwirkungen zu durchleben.

Dann kommt immer der Standardspruch: Welcome to China! It's all about experience! 

Allgemein sind die oben beschriebenen Sachen nicht negativ gemeint. Man kommt halt in eine fremde Kultur und die oben beschriebenen Sachen fallen einem am Anfang recht schnell auf. 

Ps: Die Fotos werden noch nachgeliefert;)

 

Nachtrag: Zwar mit ein wenig Verspätung, aber wie versprochen: die Fotos

Um halb zwölf ist es schon verhältnismäßig kuschelig Und dann beginnt die Qual der Wahl...das hier ist schon etwas teurer Studentenklasse...alles fritiert Und hier schwimmt es dann...und nein, es ist kein Wasser. Delicious

Einfach mal leckeres Rührei deutsche Art Der reinste Gaumenschmaus! Richtiges deutsches Brot! Aus dem Frühstück wurde dann auch eher ein Brunch Die komplette Bande. Eine super Truppe

14Oktober
2015

Finally back in Shanghai

Nach 10 Tagen in der wunderschönen Provinz Yunnan sind wir am Samstag, den 10.Oktober, um 01.30 Uhr mit einem dicken Grinsen endlich wieder in Shanghai angekommen. Vor unserer Abreise wurden wir noch herzlichst von einem Freund mit dem folgenden Link verabschiedet, welcher uns noch einmal ein wenig Unsicherheit ausgelöst hat: Reisen während der "Golden Week” ? Ist das wirklich eine smarte Idee?

 

http://mp.weixin.qq.com/s?__biz=MzI5NjAyODgyMg==&mid=209832990&idx=1&sn=4cccb5f3f120bb2fc6e67556a4652df8&scene=1&srcid=0923deDaQ8qhvVMFhZSThhKw&from=groupmessage&isappinstalled=0#rd

 

Die ersten Zweifel wurden dann einfach runtergespült und als wir im Flieger saßen, war dann nur noch Vorfreude da. Abends sind wir in Shangri-la gelandet und haben den ersten Abend genutzt, um uns bei anderen Reisenden und dem Besitzer des Hostels über gute Sehenswürdigkeiten zu informieren. Den ersten Tag wollten wir es dann langsam angehen lassen, da man auf 3200m schnell "Altitude-Sickness” bekommt und was nicht zu unterschätzen ist, wenn man mit einem Sprung auf so einer Höhe mit einem Vogel landet. Da ist dann aber nichts raus geworden…Die Berge und das Kloster waren einfach zu schön und somit waren wir dann auch am ersten Tag die ganze Zeit auf den Beinen…, die Quittung gab es dann am Abend und am nächsten Tag. Aus einer 4-er Gruppe wurde eine 3-er Gruppe und ein Leidtragender musste aufgrund von Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel etc. den 2. Tag komplett im Bett verbringen. Wir haben uns dann kurzer Hand aufs Mountainbike geschwungen und Shangri-La und das Hochgebirge per Rad erkundet. Ich kann es wirklich nur jedem empfehlen. Es war einfach der Wahnsinn durch solche Landschaften zu fahren und da wir auch noch unglaubliches Glück mit dem Wetter hatten, wird das für immer in Erinnerung bleiben… . Auch Shangri-La an sich ist eine wunderschöne Stadt. Auch wenn die Altstadt aktuell noch neu aufgebaut wird, da es hier vor 2 Jahren einen Großbrand gab… und von der Golden Week war hier nichts zu spüren.

 

Am 3. Tag ging es dann weiter zum Tiger Leaping Gorge, einem mit der berühmtesten Hikes in China. Es gibt hier 2 Hikes. Den "Low-Trail" und den "High-Trail. Den “Low Trail” würde man in Deutschland “Straße” nennen und ist nicht zu empfehlen. Der "High Trail" ist jedoch genau das, was man sich unter einem richtig schönen Trail vorstellt…Hier geht es insgesamt knapp 10 Stunden lang auf kleinen Pfaden durch die Berge mit einer Wahnsinns Aussicht auf 5600m hohe Gebirge (Jade Dragon Snow Mountain) und dem Yangtze River. Der ganze Spaß ist schon eine echt sportliche Angelegenheit, vor allem, wenn man ausreichend Getränke und Gepäck dabei hat. Um so mehr haben wir uns dann gefreut, als wir Abends in unserem Hostel angekommen sind und alles abwerfen konnten. Leider hat sich das Hostel jedoch als nicht “empfehlenswert” herausgestellt…Nehmt besser das Half-Way Hostel oder das Come-In, anstatt das Teahouse-Hostel. Es reicht auch vollkommen aus, wenn ihr euch einfach vor Ort um ein Zimmer kümmert! Schaut euch die Locations am besten direkt vor Ort an und entscheidet dann…wir wären dann auf jeden Fall noch weiter gelaufen;) 

Aber nunja, wir haben es ja überlebt und am nächsten Tag ging es dann weiter zum Upper Tiger Leaping Gorge, einem 13 Meter großen Fels im Wasser (der wird von den Chinesen tierisch gefeiert...die Strömungen sind schon ordentlich, aber er ist und bleibt trotzdem nur ein Fels im Fluss) und dann weiter nach Lijiang…

 

Lijiang ist eine “Kleinstadt” im Norden von Yunnan und ist definitiv zwei Übernachtungen während eines Trips wert! Gerade die Altstadt hat einen einzigartigen Charme und lädt mit unzähligen kleinen Gassen, Geschäften und Restaurants zum Schlendern und Erkunden ein. Gerade nachts geht hier das Leben erst so richtig los und es erinnert einen ein wenig an Spanien mit seinen kleinen Gassen und Geschäften…

In Lijiang haben wir uns dann auch auf die Altstadt und nähere Umgebung beschränkt und keine größeren Ausflüge unternommen. Die Stadt alleine ist den Besuch schon wert gewesen.

 

Mit dem Nachtzug ging es dann nach Kunming, der Hauptstadt von Yunnan… Denkt ein wenig weiter im Voraus als wir und bucht die Tickets im Voraus! Die öffentlichen Verkehrsmittel sind in China zwar verhältnismäßig pünktlich im Vergleich zur DB und auch günstig…9 Stunden im Hardseater zu sitzen, der eine 90 Grad Rückenlehne hat und dazu noch für kleine Chinesen gemacht ist, macht aber definitiv keinen Spaß! Die Zugtickets haben wir leider zu spät für Sleeper gebucht, haben dann aber glücklicherweise noch Sitzplätze bekommen…Wenn es nur noch Stehplätze gibt…vergesst es. Mal ganz abgesehen von der Sauberkeit in den Zügen, wollt ihr eure Reise bestimmt nicht bewusst auf den Tiefpunkt der Gefühle treiben:-)

Nach 9 Stunden Sitzstarre, Revierkämpfen, stickiger Luft und gefühlter Thrombose erreichten wir endlich Kunming …leider war es da erst 5 Uhr und das Hostel noch ziemlich dunkel…Der Wachmann hat uns dann glücklicherweise ins “Restaurant” des Hotels gelassen, was dann kurzer Hand zur Schlafstätte umgebaut wurde. Mehr oder weniger bequem auf dem Boden und zwischen Stühlen war es eine Wohltat nicht mehr sitzen zu müssen...nach so einem Trip gibt es aber dann nur ein Ziel: eine warme Dusche! 

Leider hat die Stadt Kunming nicht sonderlich viel zu bieten…hier ist man mit einem Tag sehr gut bedient und wir sahen uns gezwungen am Nachmittag das Studentenviertel mit unzähligen Cafés und Happy-Hours zu erkunden…schaut euch am besten mal das Salvados zwischen 4 und 8 Uhr an. Das soll ganz gut sein;)

 

Das Highlight des Trips war aber Jinghong und Umgebung. Von Kunming sind wir mit einem Sleeper-Bus nach Jinghong gefahren und dort die restlichen Tage mit einem Guide durch die Tee-Berge, Felder und Wälder gewandert. Es ging jeden Tag ca. 20 Km durch das tiefste China und die Übernachtungen bei den Locals waren eine Erfahrung, die ich jedem, der ein wenig mehr an China und dessen Menschen interessiert ist, nur empfehlen kann. Die chinesische Gastfreundlichkeit ist unvergleichbar mit allen anderen Erfahrungen, die ich bis jetzt gemacht habe. Da in dieser Gegend Ausländer nicht so alltäglich wie in Shanghai sind, sind Turis schon ein kleines Highlight für die Einheimischen und wir wurden super freundlich von den Gastgebern aufgenommen. Beim ersten Aufenthalt wurde extra ein Schwein frisch „hopp“ genommen und bei anderen Familien wurden ganz stolz, die am Vortag gejagten Rehe, Vögel und Eichhörnchen zum Essen angeboten. Trotz der Sprachbarriere war es einfach ein unbeschreibliches Feeling, die Mentalität und Kultur vor Ort zu erleben und die Nächte in den “einfachen” chinesischen Hütten zu verbringen. Am letzten Abend sind wir dann auch in den Genuss von chinesischem Hornissenschnaps gekommen…Dafür werden Hornissen eingefangen und lebendig mit selbst gebranntem Schnaps aus Mais übergossen. Dadurch sollen die Hornissen ihr Gift abgeben, was wohl sehr gesund sein soll (abgesehen vom ungefilterten und über Benzin-Fass-Konstruktion selbst gebranntem Schnaps). Serviert wird der Schnaps dann mit einer Hornisse (eine CHINESISCHE Hornisse...dagegen sind unsere Kindergarten-Klasse) im Glas. Am Anfang haben wir uns nichts schlimmes dabei gedacht. Nach dem 3. Glas hieß es dann aber auf einmal, dass man auch die Hornisse essen könnte. Die Flieger waren so groß wie mein kleiner Finger und wenn ich nicht schon 3 Gläser getrunken hätte, hätte ich die Einladung auch dankend abgelehnt…dem erwartungsvollen Hundeblick des Gastgebers konnten wir dann aber doch nicht entweichen…trotz all seiner Überzeugungskraft ging es dann aber doch nur mit Bier runter. So einen Brummer im Mund klein zu bekommen ist schon eine Herausforderung und wo die Teile dann überall im Mund und Rachen hängen bleiben, lasse ich mal offen. Eine hat als Nachtisch auf jeden Fall gereicht. Ich könnte jetzt noch unendlich viel schreiben, aber wie sagt man so schön: Bilder sagen mehr als tausend Worte…

 

Als Resume kann ich jedem nur so einen Trip empfehlen! Nutzt die "Golden Week" und geht raus! Ich würde vielleicht nicht gerade nach Peking etc. fahren; in Yunnan lässt es sich zu der Zeit aber unbeschwert aushalten. Von der "Golden Week" mit all seinen Horrorgeschichten und Mythen haben wir auf jeden Fall in Yunnan nichts mitbekommen.

Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Shangri-La Tiger Leaping Gorge Tiger Leaping Gorge Der Wandertrup Sunrise Tiger Leaping Gorge Tiger Leaping Gorge Tiger Leaping Gorge Lijiang by night First try Lijiang by night Proteins;) Lijiang Leider auch noch ein Teil der chinesischen Kultur Leider auch noch ein Teil der chinesischen Kultur Fachberatung;) Elitepartner.de auf Chinesisch Chefkoch der 1. Jinghong und Umgebung Jinghong und Umgebung Jinghong und Umgebung Chinesische Schnapsbrennerei Jinghong und Umgebung Jinghong und Umgebung Jinghong und Umgebung Jinghong und Umgebung Chefkoch der 2. Chefkoch der 2. Festmahl:) Nachtisch... Auf chinesisch nennt man es Tee Berge Chefkoch der 3. Es wird einfach alles gegessen...Fahrradtour in Shangri-La Fahrradtour in Shangri-La 9 Stunden im Hardseater...

24Sept
2015

Die Golden Week...Ganz China ist auf den Beinen und wir mitten drin

Vom 01. bis zum 07. Oktober 2015 herrscht der alljährliche Ausnahmezustand in China...auch genannt Golden Week.

Die Golden Week ist ein Nationalfeiertag, welcher von den meisten Chinesen für ausgiebige Urlaubstouren in und außerhalb Chinas genutzt wird. Man könnte sagen, dass gefühlt das ganze Land (stolze 1.357 Milliarden) unterwegs ist und die "Touristen-Hotspots" Chinas unter Menschenmengen begraben werden (siehe Bilder) ...leider kann man 1.357 Milliarden Leuten auch nicht so einfach ausweichen...sie sind einfach überall.

Nichts desto trotz haben auch wir in der Zeit keine Uni und nach ein paar ausgiebigen abendlichen Diskussionen mit meinem Zimmerkollegen haben wir uns dazu entschlossen, die Zeit nicht in Shanghai zu verbringen, sondern ebenfalls vernünftig zu nutzen und zu reisen. (Ob das eine gute oder schlechte Entscheidung war, kann ich euch dann übernächste Woche sagen;))

Bei der Planung haben wir uns auch verhältnismäßig schnell einig: Es sollte weit weg sein, viele neue Sachen zu sehen geben und die Möglichkeit bestehen, dass man trotz Golden-Week kein U-Bahn-Feeling an der frischen Luft bekommt.

Die Entscheidung fiel dann sofort auf die Region Yúnnán, der südlichsten Provinz Chinas. Das faszinierende daran ist, dass die Region alles zu bieten hat. Von "tibetischem Hochgebirge"  im Norden, über Millionenstädte in der Mitte, bis hin zu Reisterrassen im Süden...und genau das wird auch unsere Route werden für unseren 10 Tage-Trip vom 27.09 bis zum 09.10.

Wir werden unsere Tour am 27.09 in Shangri-La, einer Stadt im Hochgebirge (3200Meter ü. NN), starten und von dort über berühmte Hiking-Trails wie Tiger Leaping Gorg und über Städte wie Liajing sowie Kunming nach Yuányáng reisen. Dort wollen wir dann ein paar Tage verbringen und die restlichen Tage noch in Kunming nutzen. Auf der Route gibt es laut verschiedener Quellen einfach so viel zu sehen, dass wir uns trotz der Golden Week dazu entschieden haben, die Route nicht durchzubuchen und notfalls zu improvisieren, falls es uns an kuscheligen Plätzen im Hostel oder im Kofferraum von Autos fehlt.

Die grobe Route steht soweit aber schon:

28. Shangri-La

29. Shangri-La

30. Tiger Leaping Gorg

1. Liajing

2. Kunming

3. Kaiyuán

4. Yuányáng

5. Yuányáng

6. ...

7. Kunming

8. Kunming

9. Heimreise

Die Route bedeutet für mich aber gleichzeitig auch noch einmal in Richtung Märkte und Shopping-Malls zu starten...wenn man mehrere Klimazonen durchläuft, sollte man schon genug Platz und die richtigen Klamotten dabeihaben und meine 23Kg Freigepäck auf dem Hinflug haben mir eigentlich nur erlaubt die "ich bin mal kurz 2 Wochen im Urlaub" - Sachen einzupacken;) Eigentlich fehlt es schon an den Basics, aber die kann man hier schon für schmales Geld Schießen. Hoffen wir nur einmal, dass der Wetterbericht besser wird...ein Poncho hat eigentlich nichts auf meiner Shopping-List zu suchen...

 

Quelle: http://www.bloomberg.com/news/articles/2012-10-04/golden-week-boom-buoys-airlines-as-adrs-climb-china-overnight http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fa.abcnews.com%2Fimages%2FInternational%2Fgty_china_travel_golden_week_01_jc_141002_16x9_992.jpg&imgrefurl=http%3A%2F%2Fabcnews.go.com%2FInternational%2Fgolden-week-traffic-nightmare-forces-roadside-wedding%2 http://www.google.de/imgres?imgurl=http%3A%2F%2Fstatic2.businessinsider.com%2Fimage%2F5068e04769bedd4b13000022-315-321%2Fchina-traffic.png&imgrefurl=http%3A%2F%2Fwww.businessinsider.com%2Fgolden-week-huge-traffic-james-in-china-2012-9&h=321&w=315&tbnid=iG

14Sept
2015

Yellow Mountains

Eher kurzfristig hatten wir uns am vergangenen Dienstag dazu entschlossen, unsere letzten freien Tage noch sinnvoll außerhalb von Shanghai zu verbringen, bevor am Montag der Startschuss „Uni“ fällt. Die erste Wahl viel auf Guilin, einem wegen seiner atemberaubenden Landschaften bekannter und beliebter Ort in China. Die Idee wurde dann aber aufgrund von nur 3 freien Tagen doch wieder fallen gelassen. Erfahrungsberichte empfehlen einem dafür min. 3 Tage und mit Hin- und Rückreise wäre das dann zu eng geworden.

Die zweite Wahl fiel dann auf die „Yellow Mountains“. Hierbei handelt es sich um ein Gebirge in der Nähe von Huangshan das uns von Einheimischen und internationalen Studenten empfohlen wurde.

Am Donnerstag um 06:45 Uhr sind wir dann gestartet und mit dem Bus von Shanghai nach Huangshan gefahren. Die Fahrt dauert so 6 bis 8 Stunden und wir sind dann Nachmittags im Hostel in Huangshan angekommen. Man kann alternativ auch Fliegen oder mit dem Zug von Shanghai aus fahren. Ich würde euch die Zug- oder Busfahrt empfehlen, wobei ihr bei der Zugfahrt am günstigsten wegkommt, wenn ihr unter der Woche fahrt und ein wenig im Voraus plant.

Den Nachmittag und Abend haben wir dann locker in Huangshan ausklingen lassen und uns im Hostel über die Yellow Mountains und über Unterkünfte informiert. Da auch hier die Preise am Wochenende um das 2-fache steigen, haben wir uns fürs Campen auf dem Berg entschieden und nachdem wir die Stadt ein wenig erkundet hatten, wurden die Sachen für den nächsten Tag gepackt und der Proviant gekauft. Ihr solltet euch entsprechend Proviant wie Nudelsuppen o.ä. mitnehmen, da diese nicht viel wiegen, bei Kälte echt guttun und die Preise oben auf dem Berg extrem übertrieben sind. Die Zelte und Isomatten hatten wir uns im Hostel für schmales Geld ausgeliehen. Allgemein hat das Hostel einen super Service und alle Buchungen etc. für uns erledigt (Ich kann euch das Huangshan Daylight International Youth Hostel also nur empfehlen). Das Einzige was noch fehlte waren die Schlafsäcke und genau die waren zum Schluss dann auch nicht vorhanden. Ihr solltet euch also vorher bei Decathlon in Shanghai Schlafsäcke kaufen oder euch informieren, wo man diese mieten kann. Bei 10 Grad Außentemperatur wird es Nachts im September in einem Sommerzelt entsprechend frisch.

Am Freitag sind wir dann um 6 Uhr in Richtung Berg gestartet und waren dann um 8 Uhr vor Ort. Es gibt zwei mögliche Routen, um auf den Berg zu klettern. Eine 7 und eine 15 Kilometer lange Route. Wir haben uns für die 15 Kilometer lange Route entschieden und dann fing das Klettern auf chinesisch an…15 Kilometer NUR Treppen! Ich möchte gar nicht wissen, wie viele Menschenleben der Bau gekostet hat, aber es war echt beeindruckend, da die Treppen zu Zeiten gebaut wurden, als die Steine noch gemeißelt und den Berg hochgetragen wurden. Den ganzen Berg durchzieht ein System von schirr unendlich wirkenden Treppen, die jemanden mit Höhenangst schon einiges an Überwindung kosten. Für uns ging es dann den ganzen Tag Treppen hoch und Treppen runter. Wer Probleme mit den Knien oder ähnliches hat, sollte sich unbedingt Bandagen o.ä. einpacken. Die Belastungen sind zwischenzeitig schon echt extrem und wir waren wirklich froh, als wir gegen 5 Uhr unser Lager auf ca. 1800 Meter erreicht hatten. Wir haben vor einem Hotel gezeltet und konnten gegen eine Gebühr deren Waschräume mit benutzen. Ich würde es beim nächsten Mal aber anders machen und das Zelt einfach irgendwo neben dem Wegrand oder anderswo aufstellen und dann die Waschräume einfach mit benutzen. Die haben sowieso keinen Überblick, wer wo was gezahlt hat und dadurch spart ihr euch auch noch dir Zeltgebühr. Es ist sowieso teuer genug dort oben.

Die Nacht war auf Grund der Temperaturen wirklich eine frische Angelegenheit und ich war wirklich froh meine Outdoor-Sachen dabei gehabt zu haben. Insgesamt 5 Schichten Kleidung und ein wenig zusammen rutschen haben einen dann ein wenig warm gehalten und einem wenigstens ein paar Stunden Schlaf ermöglicht. Wie es halt so ist mit dem Zelten auf Steinen und Isomatte..., es ist so ziemlich alles unbequem und zum Schluss freut man sich wieder auf ein richtiges Bett. Da das Wetter gegen Abend dann leider schlechter geworden ist und es auch in der Früh sehr nebelig war, wurde aus unserem Plan, den Sonnenauf- und untergang zu sehen, leider nichts. Da hilft es leider auch nicht den Wetterbericht zu checken, da das Wetter dort oben im Stundentakt wechselt. Nachdem wir um 4:30 Uhr das Lager abgebaut und uns danach mit 100ten von Chinesen in einer „Nebelsuppe“ wiedergefunden haben, haben wir uns dazu entschlossen, wieder die Heimreise an zu treten und uns auf den Rückweg nach Shanghai gemacht.

Trotz verpassten Sonnenauf- und untergang kann ich euch die Yellow Mountains nur empfehlen. Es ist wirklich eine atemberaubende Landschaft und es lohnt sich definitiv, wenn man die Zeit hat und ein wenig aus Shanghai raus möchte. Falls möglich macht es jedoch unter der Woche! An Wochenenden machen solche Ausflüge echt keinen Spaß wie wir heute gesehen haben, da dann für chinesische Verhältnisse typisch gefühlt tausende Chinesen den Berg gleichzeitig erklimmen wollen. Wie es zur „Golden Week“ dort oben abgeht, möchte ich nicht wissen…

Das nächste Ziel steht mit dem Hua Shan Gebirge bei Xian dann aber auch schon so gut wie fest. Das wird dann aber noch einmal eine ganz andere Hausnummer...

13Sept
2015

Der Fehlerteufel

Beim erneuten Durchlesen der älteren Einträge sind mir so manche Fehler aufgefallen, die dort eigentlich nicht hin gehören. Leider merkt man daran, dass die Einträge immer zu unmenschlichen Zeiten oder "zwischendurch" (bei uns in der Familie würde es heißen: "Mal eben") geschrieben wurden. Ich werde die Fehler nun die Tage einmal ausradieren und in Zukunft mehr darauf achten. Besserung ist also in Sicht;)

13Sept
2015

Fahrräder kaufen in Shanghai

Die Distanzen in Shanghai kann man einfach nicht mit denen in Deutschland vergleichen. Was auf der Karte wie ein Katzensprung aussieht, kann ganz schnell in einem halbstündigen Fußmarsch ausarten.

Für uns war das nach der ersten Woche Grund genug, um uns auf Fahrradssuche zu begeben. Die Qualität der Fahrräder der Straßenhändler ist jedoch leider nicht so sonderlich gut und für bessere Fahrräder muss man schon tief in die Tasche greifen. Unser Buddy hat uns dann seine Hilfe angeboten und nach mehreren Stunden der verzweifelten Suche in diversen Internetshops (die Auswahl ist einfach zu groß), haben wir uns dann für zwei Fixies entschieden, die gestern auch endlich geliefert wurden.

Wie man als Spielkind halt so ist, wurden die dann auch direkt zusammengebaut, ausprobiert und die Investition als zufriedenstellend abgestempelt. Top Qualität, wesentlich günstiger als auf der Straße, läuft wie eine Eins, treibt unglaublich nach vorne und sieht dazu auch noch schick aus;) Die ersten "Bluthochdruck-Erfahrungen" im chinesischen Straßenverkehr haben dann auch nicht lange auf sich warten lassen, aber an das Chaos wird man sich schon noch gewöhnen;) Wollen wir nur hoffen, dass die dicken Schlösser halten und keiner unsere Räder zu schön findet...mal schauen wie lange wir sie "unser" nennen dürfen;)

Chinesische Onlineshops:

 

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